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Rollenbreite wählen und Bahnen planen: 400 oder 500 cm?

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Kurz beantwortet

Wählen Sie die Rollenbreite so, dass der Raum möglichst mit einer einzigen Bahn belegt wird, denn jede weitere Bahn bedeutet eine Naht. Die 500-cm-Rolle lohnt sich oft, weil sich der Teppichboden drehen lässt: weniger Verschnitt, kein Anstückeln. Liegt derselbe Teppichboden in mehreren Räumen, achten Sie auf eine einheitliche Verlegerichtung.

Bei Teppichboden von der Rolle legen Sie mit der Rollenbreite zwei Dinge fest: ob Ihr Raum in einem Stück belegt werden kann und wie viel Material Sie insgesamt bestellen. Beides hängt zusammen, und die schmalere Rolle ist nicht automatisch die sparsamere. Dieser Artikel zeigt, wie Sie die Varianten vergleichen und worauf es ankommt, wenn mehrere Bahnen oder mehrere Räume im Spiel sind.

Warum die Rollenbreite über Nähte entscheidet

Teppichboden wird in festen Breiten gefertigt. Im Shop sind 400 cm und 500 cm üblich; einzelne Qualitäten gibt es nur in 400 cm, einzelne Objektware in 200 cm. Welche Breiten ein bestimmter Teppichboden hat, steht auf seiner Produktseite.

Ist eine Raumseite schmaler als die Rolle, genügt eine einzige Bahn, und der Boden bleibt nahtlos. Ist der Raum in beiden Richtungen breiter als die Rolle, brauchen Sie eine zweite Bahn – und damit eine Naht. Eine Naht bedeutet zusätzliches Material und zusätzliche Arbeit. Deshalb gilt als erste Planungsregel: möglichst eine Bahn, möglichst keine Naht.

Zwei Beispiele: 400 oder 500 cm?

Für den Vergleich zählt die bestellte Fläche, also Rollenbreite × Länge der Bahn. Die Länge ist das Raummaß plus 10 bis 20 cm Zugabe für den exakten Zuschnitt. Weil sich Teppichboden drehen lässt, dürfen Sie Breite und Länge des Raums tauschen.

Beispiel 1: Raum 350 × 550 cm

Die 350-cm-Seite passt quer in die 400-cm-Rolle. Mit Zugabe bestellen Sie 570 cm Länge, also 4,00 m × 5,70 m = 22,8 m². Die 500-cm-Rolle bringt hier keinen Vorteil: Die 550-cm-Seite passt auch gedreht nicht hinein, und ungedreht wäre die Bahn bei gleicher Länge nur breiter. Eine 350-cm-Rolle gibt es nicht; der Überstand wird beim Verlegen abgeschnitten.

Beispiel 2: Raum 350 × 480 cm

Hier lohnt sich oft die 500-cm-Rolle: Gedreht liegt die 480-cm-Seite quer zur Rolle, und die Länge der Bahn richtet sich nach der kürzeren Raumseite. Das Ergebnis: weniger Verschnitt, kein Anstückeln. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Raum so auf die Rolle passt, beraten wir Sie vor der Bestellung.

Wann die breitere Rolle die bessere Wahl ist

Die 500-cm-Rolle hat je laufendem Meter mehr Quadratmeter als die 400-cm-Rolle. Trotzdem ist sie in zwei Fällen oft die bessere Wahl:

  • Die Bahn wird durch das Drehen kürzer – wie in Beispiel 2.
  • Eine zweite Bahn entfällt. Passt der Raum in einem Stück auf die 500-cm-Rolle, aber nicht auf die 400-cm-Rolle, bleibt der Boden nahtlos, und Sie bestellen keine zweite Bahn, von der nur ein Streifen gebraucht wird.

Die Entscheidungsregel lautet deshalb: Vergleichen Sie alle Varianten, die in den Raum passen – 400 cm und 500 cm, jeweils gedreht und nicht gedreht. Streichen Sie die Varianten mit Naht, solange es eine nahtlose gibt. Unter den übrigen nehmen Sie die mit der kleinsten bestellten Fläche. Prüfen Sie vorher auf der Produktseite, ob es Ihren Teppichboden überhaupt in beiden Breiten gibt.

Florrichtung: alle Bahnen laufen gleich

Der Flor eines Teppichbodens ist herstellungsbedingt leicht in eine Richtung geneigt. Je nachdem, ob Sie mit oder gegen diese Richtung auf die Fläche schauen, wirkt derselbe Teppichboden heller oder dunkler. Liegen zwei Bahnen in unterschiedlicher Richtung nebeneinander, sieht das aus wie zwei verschiedene Farbtöne – und lässt sich nachträglich nicht korrigieren.

  • Alle Bahnen eines Raums liegen in derselben Florrichtung. Kein Stück wird gedreht eingesetzt, um Material zu sparen.
  • Das gilt auch über Raumgrenzen hinweg: Liegt derselbe Teppichboden in angrenzenden Räumen, etwa im Flur und in den Zimmern dahinter, achten Sie auf eine einheitliche Verlegerichtung. Wenn Sie also in einem Raum Breite und Länge tauschen, müssen Sie das für die Nachbarräume mitdenken.
  • Zwischen Produktionschargen kann der Farbton leicht abweichen. Planen Sie zusammenhängende Flächen deshalb gemeinsam, und sprechen Sie uns bei mehreren Bahnen vor der Bestellung an.

Wenn es ohne Naht nicht geht

Ist der Raum in beiden Richtungen breiter als die breiteste verfügbare Rolle, kommen Sie um eine Naht nicht herum. Wo sie am besten liegt und wie viel Material Sie dafür zusätzlich brauchen, hängt vom Grundriss und von der Qualität ab. Schicken Sie uns in diesem Fall Ihre Skizze mit den Maßen – wir beraten Sie, bevor Sie bestellen. Den Übergang zu einem anderen Bodenbelag im Türdurchgang deckt ein Übergangsprofil ab.

Bahnen planen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Raum als Rechteck erfassen

Messen Sie größte Breite und größte Länge einschließlich Türnischen und Erkern. Wie das geht, steht im Artikel Teppichboden richtig ausmessen.

Schritt 2: Varianten vergleichen

Notieren Sie für jede verfügbare Rollenbreite die gedrehte und die nicht gedrehte Variante: Passt die Raumseite in die Rolle? Wie lang wird die Bahn mit Zugabe? Wie groß ist die bestellte Fläche?

Schritt 3: Florrichtung über alle Räume festlegen

Zeichnen Sie in jeden Raum, der denselben Teppichboden bekommt, einen Pfeil für die Florrichtung. Alle Pfeile zeigen in dieselbe Richtung. Erst danach steht fest, welche Variante aus Schritt 2 tatsächlich infrage kommt.

Schritt 4: Maße notieren und eintragen

Halten Sie Rollenbreite und Länge fest. Diese Werte tragen Sie im Rechner auf der Produktseite Ihres Teppichbodens ein; er berechnet daraus Fläche und Preis.

Typische Fehler bei der Bahnenplanung

  • Nur die schmalere Rolle betrachtet: Die 400-cm-Rolle wirkt sparsamer, ergibt aber je nach Raum die längere Bahn oder eine zweite Bahn.
  • Ein Reststück gedreht eingesetzt: Der Farbunterschied durch die Florrichtung bleibt dauerhaft sichtbar.
  • Nachbarräume getrennt geplant: Die Florrichtung passt dann am Übergang nicht zusammen.
  • Bahnen nachbestellt: Ware aus einer anderen Charge kann im Farbton abweichen.

Wenn Ihr Grundriss mehrere Bahnen verlangt und Sie die Nahtarbeit nicht selbst übernehmen möchten, können Sie die Verlegung über unseren Verlegeservice anfragen.

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