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Teppichboden richtig ausmessen: So ermitteln Sie Breite, Länge und Zugabe

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Messen Sie den Raum an seiner breitesten und an seiner längsten Stelle, Türnischen und Erker eingeschlossen. Die Breite des Teppichbodens ergibt sich nicht aus dem Raum, sondern aus der Rollenbreite: Sie wählen die nächstgrößere Rolle, meist 400 oder 500 cm. Auf die gemessene Länge geben Sie 10 bis 20 cm zu, damit beim Verlegen sauber an der Wand geschnitten werden kann. Breite und Länge dürfen Sie tauschen, wenn der Raum dadurch besser auf die Rolle passt.

Teppichboden ist Rollenware: Die Rolle hat eine feste Breite, die Länge wird für Sie zugeschnitten. Für die Bestellung brauchen Sie deshalb keine Quadratmeterzahl, sondern zwei Angaben – die passende Rollenbreite und die Länge der Bahn einschließlich Zugabe. Beide leiten Sie aus zwei Maßen ab, die Sie im Raum nehmen. Dieser Artikel zeigt, wo Sie messen, wie daraus die Bestellmaße werden und was Sie am Ende in den Rechner eintragen.

Was Sie zum Ausmessen brauchen

  • ein Maßband oder einen Zollstock, für lange Strecken besser einen Laser-Entfernungsmesser
  • Papier und Stift für eine einfache Skizze des Grundrisses
  • bei großen Räumen eine zweite Person, die das Maßband hält

Notieren Sie alle Maße in Zentimetern. So vermeiden Sie Umrechnungsfehler, und auch der Rechner auf der Produktseite arbeitet mit ganzen Zentimetern.

Den Raum ausmessen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Grundriss skizzieren

Zeichnen Sie den Raum von oben als einfache Form. Tragen Sie Türen, Nischen, Erker, Heizkörpernischen, Kamine und Pfeiler ein. Die Skizze muss nicht maßstabsgetreu sein. Sie sorgt dafür, dass kein Maß vergessen wird, und Sie sehen später auf einen Blick, in welche Richtung die Bahn laufen soll.

Schritt 2: Breite an der breitesten Stelle messen

Messen Sie quer durch den Raum von Wand zu Wand, und zwar an mindestens drei Stellen: an beiden Raumenden und in der Mitte. Wände verlaufen selten exakt parallel, und schon wenige Zentimeter entscheiden darüber, ob eine Bahn reicht. Es zählt immer das größte Maß. Liegt in dieser Richtung eine Nische oder ein Erker, messen Sie bis an deren Rückwand.

Schritt 3: Länge an der längsten Stelle messen

Gehen Sie in der anderen Richtung genauso vor: mehrere Messungen, das größte Maß zählt. Türnischen gehören dazu, denn der Teppichboden läuft in die Türöffnung hinein. Messen Sie deshalb bis in die Türöffnung und nicht nur bis zur Wandflucht.

Schritt 4: Vorsprünge eintragen, aber nicht abziehen

Ein Kamin, ein Pfeiler oder ein Mauervorsprung verkleinert zwar die Bodenfläche, aber nicht Ihre Bestellung. Die Bahn wird als Rechteck von der Rolle geschnitten, die Aussparung entsteht erst beim Verlegen. Tragen Sie Vorsprünge mit ihren Maßen in die Skizze ein – das hilft später beim Zuschnitt –, ziehen Sie sie aber weder von der Breite noch von der Länge ab.

Schritt 5: Kontrollmessung

Messen Sie beide Hauptmaße ein zweites Mal, möglichst von der gegenüberliegenden Wand aus. Ein zugeschnittenes Stück Teppichboden lässt sich nicht verlängern.

Von den Raummaßen zu den Bestellmaßen

Die Breite kommt von der Rolle, nicht vom Raum

Die Breite Ihres Teppichbodens bestimmt die Rolle. Üblich sind 400 cm und 500 cm; einzelne Qualitäten gibt es nur in 400 cm, einzelne Objektware in 200 cm. Sie wählen die Rollenbreite, die mindestens so groß ist wie das größte Breitenmaß Ihres Raums. Ist der Raum 350 cm breit, bestellen Sie die 400-cm-Rolle – eine 350-cm-Rolle gibt es nicht. Der überstehende Streifen wird beim Verlegen abgeschnitten.

Liegt Ihr Raummaß nur knapp unter der Rollenbreite, fragen Sie vor der Bestellung kurz bei uns nach.

Die Länge bekommt 10 bis 20 cm Zugabe

Auf das größte Längenmaß geben Sie 10 bis 20 cm zu. Durch die Zugabe steht die Bahn an den Stirnwänden etwas über und kann beim Verlegen exakt an der Wand entlang geschnitten werden – auch wenn die Wand nicht gerade verläuft.

Rechenbeispiel: Raum 350 × 550 cm

  • Größte Breite 350 cm → Rollenbreite 400 cm
  • Größte Länge 550 cm + 20 cm Zugabe → 570 cm Länge
  • Bestellte Fläche: 4,00 m × 5,70 m = 22,8 m²

Der Raum selbst hat 19,25 m². Die Differenz ist kein Rechenfehler, sondern der Verschnitt, der bei Rollenware dazugehört. Bestellen Sie deshalb nie nach der Quadratmeterzahl des Raums, sondern immer nach Rollenbreite und Länge.

Breite und Länge tauschen: den Teppichboden drehen

Welche Raumseite Sie als Breite ansehen, ist nicht festgelegt. Der Teppichboden kann gedreht werden: Dann liegt die längere Raumseite quer zur Rolle, und die kürzere bestimmt die Länge der Bahn. Das lohnt sich, wenn die längere Raumseite noch in eine Rollenbreite passt. Ein Beispiel: Bei einem Raum von 350 × 480 cm lohnt sich oft die 500-cm-Rolle – weniger Verschnitt, kein Anstückeln.

Beachten Sie: Mit dem Drehen ändert sich die Florrichtung im Raum. Das spielt eine Rolle, sobald derselbe Teppichboden auch im angrenzenden Raum liegt – achten Sie bei mehreren Räumen auf die Verlegerichtung. Wie Sie Rollenbreiten vergleichen und mehrere Bahnen planen, erklärt der Artikel Rollenbreite wählen und Bahnen planen.

L-förmige Räume und Räume mit Anbau

Bei einem L-förmigen Raum gibt es zwei Wege.

  • Ein Stück über das umschließende Rechteck: Sie messen die größte Breite und die größte Länge über den gesamten Raum und bestellen eine Bahn, die dieses Rechteck abdeckt. Die nicht benötigte Ecke wird beim Verlegen herausgeschnitten. Das ergibt mehr Verschnitt, aber keine Naht – und ist der einfachere Weg, solange das Rechteck in eine Rollenbreite passt.
  • Zwei Rechtecke, zwei Bahnen: Passt das umschließende Rechteck auf keine Rolle, teilen Sie den Raum in zwei Rechtecke und messen jedes für sich. Beide Bahnen müssen in derselben Florrichtung liegen, und an der Stoßkante entsteht eine Naht.

Brauchen Sie zwei oder mehr Bahnen, schicken Sie uns am besten Ihre Skizze mit den Maßen. Wir beraten Sie vor der Bestellung zu Bahnenlängen und Materialbedarf.

Was Sie im Rechner eintragen

Den Rechner finden Sie auf der Produktseite jedes Teppichbodens. Die Reihenfolge:

  1. Farbe wählen. Wenn Sie zwischen Farben schwanken, bestellen Sie vorher kostenlose Muster – bis zu drei je Bestellung.
  2. Rollenbreite wählen: die kleinste, in die Ihr größtes Breitenmaß passt.
  3. Länge in ganzen Zentimetern eingeben, einschließlich Zugabe – im Rechenbeispiel also 570.
  4. Der Rechner bildet aus Breite × Länge die Fläche und zeigt den Gesamtpreis. Grundlage ist der Preis je Quadratmeter.

Typische Fehler beim Ausmessen

  • Nur an einer Stelle gemessen: Ist der Raum am anderen Ende drei Zentimeter breiter, fehlt dort Material.
  • Türnische oder Erker vergessen: Das größte Maß reicht bis in die Nische hinein.
  • Nach Quadratmetern bestellt: Die Raumfläche sagt nichts darüber, welche Rollenbreite und welche Länge Sie brauchen.
  • Zugabe vergessen: Ohne 10 bis 20 cm Überstand lässt sich an einer schiefen Wand nicht sauber schneiden.
  • Vorsprünge abgezogen: Kamin oder Pfeiler werden ausgeschnitten, nicht vorab abgerechnet.
  • Florrichtung übersehen: Wer in einem Raum dreht und im Nachbarraum nicht, sieht den Unterschied später am Übergang.

Mit zwei sauber genommenen Maßen, der passenden Rollenbreite und 10 bis 20 cm Zugabe steht Ihre Bestellung; welche Verlegearten es gibt, beschreibt der Artikel Teppichboden verlegen: lose, fixiert oder vollflächig verklebt?

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